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Bestattungsarten

 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Bestattungsarten, der Erd-, der Feuer- und der Seebestattung.

Bei der Wahl der Bestattungsart spielt persönliche Überzeugung, Religion sowie Lebenseinstellung neben finanziellen Erwägungen die entscheidende Rolle.


Die Erdbestattung

Unter einer Erdbestattung wird die Beisetzung eines Verstorbenen im Sarg in einem Erdgrab verstanden. Diese Bestattungsform war im christlich geprägten Kulturkreis über viele Jahrhunderte nicht nur die häufigste, sondern die einzige Bestattungsform überhaupt. Inzwischen nähert sich der Prozentsatz zwischen Erd- und Feuerbestattungen dem Gleichstand an. In den letzten Jahren waren etwa 55 Prozent der Bestattungen in Deutschland Erdbestattungen. Allerdings ist in großen Städten das Verhältnis häufig schon umgekehrt, während in eher ländlichen Räumen die Erdbestattung deutlich häufiger gewählt wird als die Feuerbestattung.

 

Die Feuerbestattung

Der Brauch, den Körper eines Verstorbenen einzuäschern, ist in vielen Kulturen verbreitet. Auch in Mitteleuropa hat er eine lange Tradition: In der Bronzezeit, die ungefähr 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung begann, verbreitete sich die Sitte der „Leichenverbrennung“. Die Asche der Toten wurde oft in Urnen aus Keramik oder Ton gefüllt und dann beerdigt. Es gab bereits eine Art Urnenfriedhof, so genannte Urnenfelder. Mit der Beheimatung des christlichen Glaubens, etwa im vierten Jahrhundert nach Christus, verschwand der Brauch der Feuerbestattung, ja, er war sogar verboten. Es wurde als Missachtung Gottes betrachtet, den menschlichen Körper durch Verbrennung zu zerstören. Im Lauf des 20. Jahrhunderts gab zuerst die evangelische, dann auch die katholische Kirche ihren Widerstand gegen die Feuerbestattung auf. Heute eröffnet die Feuerbestattung viele Möglichkeiten der anschließenden Beisetzung, ob nun in der See, an den Wurzeln eines Baumes, aus einem Heißluftballon in die Luft, ins Weltall oder die Diamantbestattung.

 

Die Seebestattung

Die Seebestattung ist eine alte Bestattungsform und auf allen Weltmeeren möglich. Sie kann in aller Stille oder auch in Begleitung von Angehörigenerfolgen. Bei dieser Bestattungsart wird die aus auflösbaren Materialien bestehende Urne in gesondert ausgewiesenen Gebieten dem Meer übergeben. Die Angehörigen erhalten nach der Beisetzung eine Seekarte mit den genauen Angaben der Position der Seebestattung und einen Auszug aus dem Logbuch des Beisetzungsschiffes.

Die Ausrichtung der „letzten Fahrt“ richtet sich nach den Wünschen der Angehörigen.

 

 

Moderne Bestattungsarten

Neben den traditionellen Bestattungsarten der Erd- und Feuerbestattung entwickeln sich immer mehr verschiedene Beisetzungsformen, die oftmals Ausdruck einer Einstellung oder Weltanschauung bzw. von anderen Kulturen geprägt oder inspiriert sind. Grundlage dieser neueren, moderneren Beisetzungsformen ist die Feuerbestattung.

 

Das Grab im Baumfeld

Der Baum gilt als Symbol für Leben und Erneuerung. Solch naturnahe „Stätten der letzten Ruhe“ werden immer beliebter. Bei dieser Form der Urnenbestattung wird eine biologisch abbaubare Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Die Angehörigen können der Beisetzung beiwohnen. Die namentliche Darstellung erfolgt meist in der Nähe des Grabes. Die Herrichtung und Pflege liegt in der alleinigen Obhut der Friedhofsverwaltung.

 

Das Grab im Wald

FriedWald® - Natur- und Baumbestattung

Eine letzte Ruhestätte im Schatten von alten Eichen und Buchen - das ist für viele Menschen ein tröstlicher Gedanke. Die Letzte Ruhe an den Wurzeln eines Baumes, aus vergangenem Leben neues entstehen und wachsen sehen.

FriedWald® ist eine alternative Bestattungsform. Die Asche Verstorbener wird direkt an den Wurzeln eines Baums beigesetzt. Je nach Wunsch des Verstorbenen oder der Angehörigen kann der Baum mit einem Namensschild versehen werden.

Selten gehen Naturschutz und Naturnutzen in einer Region eine solche Symbiose ein: In der Lüneburger Heide genießt der Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft höchste Priorität. Vom Waldparkplatz bei Behringen erreichen Sie die Ruhestätte zu Fuß oder mit der Pferdekutsche.

www.friedwald.de

 

Almwiesenbestattung

In der herrlichen Natur der Walliser Alpen (Schweiz) besteht die Möglichkeit, die letzte Ruhe auf einer Almwiese, der „Oase der Ewigkeit“, zu finden. Dort gibt es verschiedene Beisetzungsformen. Die Asche kann hier auf der Almwiese direkt im Wurzelbereich eines Baumes oder an einem Felsen beigesetzt werden.

 

Flussbestattung / Seebestattung

Seit einiger Zeit sind auch Flussbestattungen auf Binnengewässern wie Seen und Flüssen möglich. Es kann die Asche z.B. in einem Gebirgsbach in der Schweiz eingestreut werden, der die Asche dann über die Rhône bis zum Mittelmeer tragen kann. Für eine solche Bestattungsform ist der ausdrückliche schriftliche letzte Wille des Verstorbenen notwendig.

 

Die letzte Ruhe in der Luft

Die Asche wird in einer besonderen Zeremonie aus einem Heißluftballon über einem großen Waldgebiet in Frankreich ausgestreut. Alternativ gibt es die Möglichkeit der Ausstreuung aus einem Hubschrauber über der Sierra Nevada in Spanien oder aus einem Flugzeug über dem Meer. Angehörige können auf Wunsch anwesend sein. Ein schriftlicher Wille des Verstorbenen muss vorliegen.

 

Aschenkapsel - Der ewige Frieden im Weltraum

Die Weltraumbestattung ist eine futuristische Form der Feuerbestattung und bedarf einer handschriftlichen Willenserklärung des Verstorbenen zu Lebzeiten. Nach der Kremierung wird ein Teil der Asche (etwa sieben Gramm) in eine Aschenkapsel gefüllt und mit einer Rakete in den Weltraum transportiert. Dort kreist dann die Kapsel zwischen 2 und I0 Jahren in der Umlaufbahn, bis sie in der Erdatmosphäre verglüht. Die restliche Menge der Asche wird nach deutschem Recht beerdigt.